Mit Spannung haben wir unsere erste MDK Prüfung erwartet und wir waren sicher, (fast) alles gut und richtig gemacht zu haben.

 

Wegen unseres Widerspruches ist die Benotung noch nicht offiziell, trotzdem veröffentli-chen wir sie an dieser Stelle.

 

Jeder, der uns und unsere Arbeitsweise kennt, weiß, dass die Benotung uns nicht reflektiert.

 

Leider hat der Prüfer, der vor Ort prüft, nur einen Klienten benotet und viele Punkte anders bewertet als erwartet. Obwohl wir in der Struktur und in der Klientenzufriedenheit sehr gut abgeschnitten haben, erhielten wir im Bereich der Pflege nur eine "4,5", was mangelhaft entspricht.

 

Wir haben am 15.06.2018 Widerspruch gegen die Benotung im Qualitätsbereich 1 eingelegt und die unserer Meinung nach nicht richtig bewerteten Kriterien aufgeschlüsselt. Dem Bundesverband privater Anbieter (bpa) gingen alle Schreiben als Kopie zu.

 

MDK Prüfung vom 29.05.2018

Von: info@intensivpflege-baulig.com

Gesendet: Fri, 15 Jun, 2018 um 14:31

An: info@vdek.com

 

Sehr geehrte Damen,

sehr geehrte Herren,

 

hiermit legen wir offiziell Widerspruch gegen die Benotung im Qualitätsbereich 1 ein und bitten um Nachbesserung vor Veröffentlichung.

 

Im Qualitätsbereich 1 wurden 14 von 17 Kriterien bei einem Klienten geprüft. Hiervon sind fünf Kriterien unserer Meinung nach nicht richtig bewertet worden und wir nehmen wie folgt dazu Stellung:

 

Nr. 1

Werden die individuellen Wünsche zur Körperpflege im Rahmen der vereinbarten Leistungserbringung berücksichtigt? --- Dies wurde mit 0 Punkten bewertet, obwohl wir nachweislich durch unseren Tagesstrukturplan belegen können, dass wir alle Wünsche unseres Klienten stets berücksichtigen. Wir haben LK 1 und 3 erfasst anstatt 2 und 4, zur Erklärung: unser Klient hat zurzeit noch einen ungeeigneten Duschstuhl und kann nicht tgl. ins Bad mobilisiert werden.

 

Nr. 3

Werden die individuellen Wünsche zum Essen und Trinken im Rahmen der vereinbarten Leistungserbringung berücksichtigt? --- Ja, vereinbart ist 3 x tgl., d.h. unser Klient äußert sich verbal, sobald er eine orale Aufnahme wünscht und das Pflegepersonal kommt dem nach. Dies wird in unserem Tagesprotokoll dokumentiert. Im Tagesstrukturplan wurde derzeit 1 x tgl. vorgegeben, jedoch kann es durch diese Fragestellung nicht als negativ gewertet werden.

 

Nr. 4

Wurde die vereinbarte Leistung zur Flüssigkeitsversorgung nachvollziehbar durchgeführt? --- Ja, wurde sie, da wir im Tagesprotokoll alle Flüssigkeitsaufnahmen, oral und über perkutane Sonde, nachvollziehbar dokumentieren. Dies hat der Prüfer gesehen.

 

Nr. 10

Werden individuelle Ressourcen und Risiken im Zusammenhang mit Ausscheidungen erfasst, wenn hierzu Leistungen vereinbart wurden? --- Ja, dies können wir anhand unserer Tagesprotokolle belegen. Hier wird die Urinbewertung (Geruch, Menge, Farbe, Beimengungen) und die Stuhlbewertung (anhand der king stool chart) mindestens 2 x tgl. und bei Bedarf erfasst. Die Zystitisprophylaxe wurde nicht explizit im Tagesstrukturplan erfasst; diese ergibt sich jedoch aus der Vorgabe im Tagesprotokoll sowie aus dem Standard "Check up".

 

Nr. 11

Wurde die vereinbarte Leistung zur Unterstützung bei Ausscheidungen/ Inkontinenzversorgung nachvollziehbar durchgeführt? --- Der Prüfer hat unseren Klienten als inkontinent eingestuft, im Gegensatz zur Meinung des Klienten und zu unserer Einschätzung. Wir dokumentieren das Prozedere der Stuhlentleerung auf das Genaueste, d.h. das Liftern auf das Steckbecken ist als Maßnahme im Tagesstrukturplan erfasst und genau beschrieben. Die Einmalunterlage dient lediglich des Bettschutzes auf Wunsch des Klienten, falls dem Klienten ein feuchter Wind abgeht. Wir haben es daher unterlassen, den Wechsel der Betteinlage zu dokumentieren. Der Klient ist nicht urininkontinent, hat jedoch auf eigenen Wunsch im letzten Jahr einen SPK erhalten. Hier wirft sich die Frage auf, ob der Klient dadurch überhaupt inkontinent ist oder nicht.

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen selbstredend jederzeit zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

Susanne Baulig

Geschäftsleitung